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Immobilienmarktbericht Köln 2026: Ein Markt mit zwei Geschwindigkeiten

Der Bestandsmarkt hat sich nach drei Jahren Korrektur eingependelt. Der Neubaumarkt wird knapper und teurer. Und die Zinsen bewegen sich seitwärts. Dieser Bericht fasst zusammen, was die amtlichen Zahlen für Ihre Entscheidung bedeuten — und wo verbreitete Angaben einer Nachprüfung nicht standhalten.

Stand Lesedauer 16 Minuten Quellen Gutachterausschuss Köln, BORIS NRW, Amt für Stadtentwicklung und Statistik

Das Wichtigste in Kürze

  • 870 €Median der 387 Kölner Wohnbauzonen je m² Grundstück, Stichtag 1.1.2026 — Spanne 370 bis 3.100 €
  • 5,68 MrdGeldumsatz auf dem Kölner Immobilienmarkt, rund 21 Prozent mehr als im Vorjahr
  • 1.819fertiggestellte Wohnungen 2024 — 48,5 Prozent weniger als im Vorjahr
  • 10.308genehmigte, aber nicht fertige Wohnungen — historischer Höchststand im Bauüberhang
  • 3,6–3,9 %effektiver Jahreszins für zehnjährige Baufinanzierungen im August 2026
  • +12 %liegen Angebotspreise in Lindenthal über den tatsächlich beurkundeten Kaufpreisen
  • 14,70 €mittlere Angebotsmiete je m² 2025 — von 7,00 € in Chorweiler bis 20,90 € in Neuehrenfeld
  • 26,3Jahresmieten kostet eine Kölner Bestandswohnung im Mittel; das entspricht 3,80 % Bruttorendite
  • +1,1 %Bevölkerungswachstum bis 2035 — drei der neun Stadtbezirke schrumpfen dabei
Amtliche Quellen, jährlich aktualisiert Verkauf und Finanzierung aus einer Hand Persönlich erreichbar: 0162 8811110
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Luftbild dichter Kölner Blockrandbebauung in der Neustadt/Süd mit Altbauten, Nachkriegsbauten, Kirche und Bahntrasse am Grüngürtel
Neustadt/Süd aus der Luft: 529 Mietangebote wurden hier 2025 ausgewertet, mehr als in jedem anderen Kölner Stadtteil. Die mittlere Angebotsmiete lag bei 18,95 Euro je Quadratmeter, der Kaufpreis für Bestandswohnungen bei 5.766 Euro.

Der Kölner Markt 2026 im Überblick

Nach der Zinswende und der Preiskorrektur der Jahre 2022 bis 2024 hat sich der Kölner Wohnungsmarkt auf einem neuen Niveau eingependelt. Die Transaktionszahlen ziehen an, besonders deutlich im Investmentsegment: Bei Mehrfamilienhäusern wurden 655 Kaufverträge mit einem Geldumsatz von rund 1,22 Milliarden Euro beurkundet.

Diese Erholung verläuft aber nicht gleichmäßig. Sie konzentriert sich auf Lagen, Objekttypen und Preissegmente, die zur aktuellen Nachfrage passen. Ein pauschaler Kölner Durchschnittspreis sagt über eine einzelne Immobilie entsprechend wenig aus — das zeigt sich schon innerhalb einzelner Stadtteile.

5,68 Mrd € Geldumsatz insgesamt rund eine Milliarde mehr als im Vorjahr, ein Plus von 21 Prozent
655 Kaufverträge über Mehrfamilienhäuser Geldumsatz 1,22 Milliarden Euro — ein Höchstwert
1.819 fertiggestellte Wohnungen 2024 gegenüber rund 2.680 im langjährigen Mittel und einem Ziel von 6.000

Bestand und Neubau laufen auseinander

Der wichtigste strukturelle Befund bleibt die wachsende Differenz zwischen beiden Segmenten. Ursache ist die niedrige Neubautätigkeit: 2024 wurden in Köln 1.819 Wohnungen fertiggestellt — der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung 2015 und fast die Hälfte weniger als im Jahr davor. Bei einer Bedarfsdeckung von rund einem Drittel hat Köln die niedrigste Neubauquote der deutschen A-Städte.

Wo zu wenig Neues entsteht, muss der Bestand die Lücke auffangen. Für Eigentümer heißt das: Ihre Immobilie steht nicht im Wettbewerb mit einem wachsenden Neubauangebot, sondern profitiert von dessen Knappheit — vorausgesetzt, Zustand und Preis passen zusammen.

Die Bauzahlen im Einzelnen — und was in ihnen steckt

Die Fertigstellungszahl allein erklärt die Knappheit nicht. Interessanter ist, was zwischen Genehmigung und Fertigstellung passiert. Die Stadt Köln hat dazu im Mai 2025 ihre Bautätigkeitsstatistik für 2024 vorgelegt.

1.819 fertiggestellte Wohnungen 2024 48,5 Prozent weniger als 2023 — nur 1990 lag der Wert mit 1.628 noch niedriger
2.931 genehmigte Wohnungen 2024 8,7 Prozent weniger als im Vorjahr, gegenüber 3.190 im Mittel seit 2015
10.308 Wohnungen im Bauüberhang genehmigt, aber nicht fertig — ein historischer Höchststand, 9,5 Prozent über dem Vorjahr

Der Bauüberhang ist die eigentliche Nachricht. Von den 10.308 genehmigten, aber nicht fertiggestellten Wohnungen sind 57 Prozent noch nicht einmal im Bau — das sind rund 5.900 Wohnungen, für die eine Genehmigung vorliegt und trotzdem kein Bagger rollt. Weitere 26,7 Prozent stecken im Rohbau, 16,3 Prozent sind rohbaufertig. Genehmigungen sind also nicht der Engpass. Was fehlt, ist die Umsetzung — und daran ändern auch neue Genehmigungen kurzfristig nichts.

Der Wohnungsbestand wuchs 2024 dadurch nur um 1.547 Einheiten auf 573.369 Wohnungen — ein Plus von 0,3 Prozent. Der geförderte Bestand ging im selben Zeitraum leicht zurück, auf 37.818 Wohnungen. Bei rund 1,1 Millionen Einwohnern und einer Bevölkerung, die weiter wächst, verschiebt das die Verhältnisse jedes Jahr ein Stück.

Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik, Kölner Statistische Nachrichten 11/2025 „Wohnungsbau in Köln 2024", veröffentlicht am 22. Mai 2025.

Bodenrichtwerte Köln 2026 — nachgerechnet

Die Bodenrichtwerte sind der amtliche Referenzwert für den reinen Grundstückswert. Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Köln ermittelt sie aus notariell beurkundeten Kaufpreisen; veröffentlicht werden sie über BORIS NRW, für den Stichtag 1. Januar 2026 seit dem 31. März 2026.

Für diesen Bericht haben wir die Werte nicht abgeschrieben, sondern aus den amtlichen Rohdaten selbst ausgewertet. Das Ergebnis unterscheidet sich von verbreiteten Angaben, weil es darauf ankommt, welche Nutzungsarten man einbezieht:

870 € Median, reines Wohnbauland 387 Zonen (allgemeines, reines und besonderes Wohngebiet), Spanne 370 bis 3.100 €
905 € Median inklusive Mischgebieten 428 Zonen, Spanne 290 bis 3.550 € — Mischgebiete ziehen das obere Ende nach oben
1.920 € Median der Mischgebiete allein 40 Zonen — deutlich über dem reinen Wohnbauland, weil dort Gewerbe zulässig ist

Warum diese Unterscheidung zählt. Wer eine Zahl für „den Kölner Bodenrichtwert" sucht, findet je nach Abgrenzung Werte zwischen 840 und über 900 Euro. Das ist kein Widerspruch, sondern eine Frage der Auswahl. Für Ihr Grundstück ist ohnehin keine dieser Zahlen maßgeblich, sondern die Zone, in der es liegt — und die kann in Köln zwischen 370 und 3.100 Euro je Quadratmeter bedeuten.

Und noch etwas gehört dazu: Ein Bodenrichtwert ist ein statistischer Orientierungswert, kein Verkehrswert und kein Kaufpreis. Er beschreibt ein fiktives Richtwertgrundstück mit bestimmten Merkmalen und bildet vergangene Transaktionen ab. Zuschnitt, Erschließung, Baulasten, Wegerechte und die bestehende Bebauung Ihres Grundstücks berücksichtigt er nicht.

Alle 85 Stadtteile im Vergleich

Für diesen Bericht haben wir die Bodenrichtwerte sämtlicher Kölner Wohnbauzonen aus den BORIS-Rohdaten ausgewertet und je Stadtteil zusammengefasst. Das Ergebnis zeigt, wie weit die Stadt auseinanderliegt: Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Stadtteil liegt der Faktor 6,2.

Bodenrichtwerte nach Stadtteil, Median der Wohnbauzonen, Stichtag 1. Januar 2026
StadtteilMedianSpanneZonenRang
Bayenthal2.830 €2.370–2.930 €31
Altstadt/Nord2.475 €1.850–3.100 €22
Altstadt/Süd2.255 €2.090–2.420 €23
Lindenthal2.120 €1.220–2.520 €104
Marienburg2.100 €2.100–2.100 €15
Neustadt/Nord1.950 €1.650–2.140 €46
Neustadt/Süd1.940 €1.720–2.140 €57
Junkersdorf1.890 €970–2.360 €108
Braunsfeld1.820 €1.050–1.950 €59
Sülz1.740 €1.430–2.610 €610
Klettenberg1.620 €1.590–1.650 €211
Nippes1.620 €1.100–1.840 €512
68 weitere Stadtteile
Libur600 €600–600 €181
Langel600 €530–620 €382
Immendorf530 €520–590 €383
Meschenich510 €480–540 €284
Godorf460 €430–490 €285

Was die Spanne innerhalb eines Stadtteils verrät. Für Eigentümer ist nicht die Rangfolge entscheidend, sondern die vierte Spalte. In Müngersdorf reicht sie von 760 bis 1.940 Euro — dort entscheidet die Adresse über mehr als das Doppelte. In Klettenberg liegen die beiden Zonen nur vier Prozent auseinander; dort trägt die Lage fast nichts zur Preisbildung bei, und es kommt auf das Objekt an. Beides sind gefragte Kölner Stadtteile — aber eine Bewertung muss jeweils anders ansetzen.

Eigene Auswertung der BORIS-NRW-Rohdaten zum Stichtag 1. Januar 2026. Berücksichtigt sind allgemeine, reine und besondere Wohngebiete im Entwicklungszustand „baureifes Land". Stadtteile ohne ausgewiesene Wohnbauzone erscheinen nicht in der Liste.

Neubau und Bestand: der Abstand in Zahlen

Wie groß der Unterschied inzwischen ist, lässt sich für die Stadtteile beziffern, in denen der Gutachterausschuss beide Werte ausweist. Das sind acht — überall sonst gab es 2025 zu wenige Neubauverkäufe für eine belastbare Auswertung.

7.556 € Neubau, Median je m² aus 316 beurkundeten Kaufverträgen in acht Stadtteilen
4.934 € Bestand, Median je m² in denselben Stadtteilen aus 751 Kaufverträgen
+53 % Aufschlag für Neubau 2.622 Euro Unterschied je Quadratmeter Wohnfläche

Der Abstand fällt je nach Stadtteil sehr verschieden aus. In Niehl kostet Neubau 77 Prozent mehr als Bestand, in Marienburg 74 Prozent, in Nippes 64. Am geringsten ist er dort, wo der Bestand ohnehin hochpreisig ist. Für Eigentümer heißt das: Je größer der Abstand im eigenen Stadtteil, desto stärker das Argument gegenüber Käufern, die zwischen Neubau und Bestand schwanken.

Ein Rechenbeispiel. Wer 500.000 Euro für eine Neubauwohnung ausgibt, bekommt dafür bei 7.556 Euro je Quadratmeter rund 66 Quadratmeter. Dieselbe Summe reicht im Bestand für gut 101 Quadratmeter — 35 mehr. Das ist kein Argument gegen Neubau; wer Erstbezug, Energiestandard und Gewährleistung will, zahlt dafür bewusst. Aber es ist ein Argument, das im Exposé einer Bestandsimmobilie stehen sollte.

Was eine Kölner Wohnung kostet, wenn man sie nicht kauft

Der Mietmarkt entscheidet mit über den Kaufmarkt: Er bestimmt, was eine vermietete Wohnung wert ist, und er ist die Alternative, gegen die jeder Kaufinteressent rechnet. Die Stadt Köln hat im Juni 2026 ausgewertet, was 2025 tatsächlich inseriert wurde — 12.205 Mietangebote, von denen 11.659 auswertbar waren. Das ist die belastbarste Mietstatistik, die es für Köln gibt, und sie ist kostenlos einsehbar.

14,70 € Angebotsmiete je m², Median 2025 nettokalt, über alle Wohnungsgrößen und Stadtteile
+5 % gegenüber 2024 (14,00 €) langjährig sind es rund +4 % im Jahr; 2020 waren es +7,5 %
3,0-fach Abstand zwischen teuerstem und günstigstem Stadtteil Neuehrenfeld 20,90 €, Chorweiler 7,00 € je m²

Der teuerste und der günstigste Kölner Mietstadtteil liegen elf Kilometer auseinander

Die Spanne innerhalb einer einzigen Stadt ist bemerkenswert. In Neuehrenfeld wurde 2025 im Mittel für 20,90 Euro je Quadratmeter inseriert, in Chorweiler für 7,00 Euro. Wer in Neuehrenfeld 70 Quadratmeter mietet, zahlt im Monat rund 1.460 Euro nettokalt — in Chorweiler sind es 490 Euro für dieselbe Fläche.

Mittlere Angebotsmiete je Quadratmeter (Median, nettokalt) 2025, Stadtteile mit Höchst- und Tiefstwerten
StadtteilMiete je m²ausgewertete Angebote70 m² im Monat
Neuehrenfeld20,90 €3381.463 €
Neustadt/Süd18,95 €5291.327 €
Neustadt/Nord18,50 €4621.295 €
Blumenberg9,00 €35630 €
Roggendorf/Thenhoven7,05 €31494 €
Chorweiler7,00 €70490 €

Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik, Kölner Statistische Nachrichten 9/2026. Die Monatsbeträge sind daraus gerechnet.

Kleine Wohnungen kosten je Quadratmeter fast doppelt so viel

Der zweite Befund fällt Eigentümern kleiner Wohnungen zugute und wird beim Verkauf regelmäßig übersehen. Der Quadratmeterpreis hängt stark an der Wohnungsgröße — aber nur unterhalb von 40 Quadratmetern. Darüber ist er bemerkenswert stabil.

0 € 5 € 10 € 15 € 20 € 25 € ab 40 m²: 13,30–14,60 € 23,60 € unter 30 m² 8,9 % der Angebote 17,40 € 30–39 m² 10,2 % der Angebote 13,30 € 60–79 m² 28,3 % der Angebote
Angebotsmiete je Quadratmeter nach Wohnungsgröße, Köln 2025. Für die Größenklassen ab 40 Quadratmetern weist die Statistik nur den Korridor aus; er ist als Band dargestellt.

Eine Wohnung unter 30 Quadratmetern wurde 2025 im Mittel für 23,60 Euro je Quadratmeter angeboten — 77 Prozent mehr als die 13,30 Euro einer Wohnung mit 60 bis 79 Quadratmetern. Letztere sind mit 28,3 Prozent zugleich die häufigste Angebotsgröße in Köln. Wer eine Einzimmerwohnung vermietet oder verkauft, hat also ein Argument in der Hand, das die üblichen Durchschnittswerte verdecken.

Jede siebte angebotene Wohnung ist möbliert

Zwischen 2015 und 2025 ist der Anteil möbliert angebotener Mietwohnungen von rund 3 auf rund 15 Prozent gestiegen. Gleichzeitig hat sich der Preisabstand mehr als verdoppelt: Lag er 2015 noch bei 16 Prozent, waren es 2025 35 Prozent — 19,30 Euro je Quadratmeter möbliert gegen 14,30 Euro unmöbliert.

Das ist nicht der Preis der Möbel. Die Statistik weist selbst darauf hin, dass sich möblierte und unmöblierte Wohnungen auch in Lage, Baualter und Ausstattung unterscheiden. Der Abstand von 35 Prozent ist also kein Möblierungszuschlag, den man einfach auf die eigene Wohnung aufschlagen könnte. Wer mit dem Gedanken spielt, möbliert zu vermieten, sollte zudem wissen: Bei Wohnraum, der dauerhaft vermietet wird, gilt die Mietpreisbremse auch für möblierte Wohnungen — der Möblierungsanteil muss gesondert ausgewiesen und begründet werden.

Angebot ist nicht Abschluss — auch bei Mieten nicht

Dasselbe Muster, das diesen ganzen Bericht durchzieht, gilt auch hier. Inserierte Mieten sind Forderungen, keine Verträge. Ein Vergleich der empirica ag mit den Neuvertragsmieten aus dem Zensus 2022 ergab für Köln, dass Angebotsmieten rund 15 Prozent über den tatsächlich neu vereinbarten Mieten lagen. Und bestehende Mietverhältnisse liegen noch einmal deutlich darunter: Kappungsgrenzen begrenzen Erhöhungen bei laufenden Verträgen stärker als bei Neuvermietungen.

Für Eigentümer, die eine vermietete Wohnung verkaufen wollen, ist das der entscheidende Punkt. Der Kaufinteressent bewertet die Immobilie nach der Miete, die tatsächlich fließt — nicht nach der, die das Portal für die Straße anzeigt. Liegt die Bestandsmiete weit unter dem Marktniveau, drückt das den Preis. Wie weit, lässt sich rechnen, und genau darum geht es im nächsten Abschnitt.

Der Kaufpreisfaktor: Wie viele Jahresmieten kostet eine Kölner Wohnung?

Der Kaufpreisfaktor — auch Vervielfältiger genannt — ist die einfachste Kennzahl des Immobilienmarkts: Kaufpreis geteilt durch Jahresnettokaltmiete. Er beantwortet die Frage, wie viele Jahre eine Wohnung sich selbst bezahlen müsste. Für Köln lässt er sich aus zwei amtlichen Quellen rechnen, ohne dass ein einziger Wert geschätzt werden muss.

26,3 Jahresmieten kostet eine Kölner Bestandswohnung im Mittel 4.640 € Kaufpreis je m² geteilt durch 176,40 € Jahresmiete je m²
3,80 % Bruttomietrendite vor Kaufnebenkosten, Instandhaltung, Verwaltung und Leerstand

Der überraschende Teil: Die teuerste Mietlage rentiert am besten

Für vier Kölner Stadtteile liegen Mietstatistik und Kaufpreisstatistik gleichzeitig vor. Das Ergebnis widerspricht der verbreiteten Annahme, günstige Lagen brächten die bessere Rendite.

Kaufpreisfaktor und Bruttorendite, Stadtteile mit amtlicher Miet- und Kaufpreisangabe
StadtteilMiete je m²Kaufpreis je m²Faktorbrutto
Neuehrenfeld20,90 €4.386 €17,55,72 %
Neustadt/Süd18,95 €5.766 €25,43,94 %
Neustadt/Nord18,50 €5.571 €25,13,98 %
Chorweiler7,00 €2.697 €32,13,11 %

Mieten: Kölner Statistische Nachrichten 9/2026 (Median der Angebote 2025). Kaufpreise: Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Köln, Weiterverkäufe von Eigentumswohnungen. Faktor und Rendite selbst gerechnet.

In Neuehrenfeld liegt die Miete beim Dreifachen von Chorweiler, der Kaufpreis aber nur beim 1,6-Fachen. Daraus folgt: Dieselbe Wohnung rentiert in der teuersten Mietlage Kölns 1,84-mal so gut wie in der günstigsten. Eine Wohnung in Neuehrenfeld hat sich rechnerisch nach 17,5 Jahresmieten bezahlt, eine in Chorweiler erst nach 32,1.

Warum das so ist. Kaufpreise enthalten eine Erwartung, Mieten nicht. Wer in einer gefragten Lage kauft, zahlt auch für die Aussicht auf künftige Wertsteigerung mit — der Preis läuft der Miete davon. In Lagen ohne diese Erwartung fällt der Kaufpreis, aber die Miete fällt nicht im gleichen Maß, weil dort trotzdem jemand wohnen muss. Genau deshalb ist „günstig kaufen" für sich genommen keine Renditestrategie.

Was die Bruttorendite verschweigt

Die Zahlen oben sind Bruttowerte und damit die freundlichste Sicht auf die Sache. Bis Geld beim Eigentümer ankommt, gehen ab:

  • Kaufnebenkosten. In Nordrhein-Westfalen 6,5 Prozent Grunderwerbsteuer, dazu Notar und Grundbuch mit rund 1,5 bis 2 Prozent sowie gegebenenfalls die Käuferprovision. Zusammen leicht 10 Prozent, die den Faktor um denselben Anteil verschlechtern.
  • Nicht umlagefähige Kosten. Verwaltung, Instandhaltungsrücklage und Reparaturen. Bei älteren Objekten sind 20 bis 25 Prozent der Jahresmiete ein realistischer Ansatz.
  • Leerstand und Mietausfall. In Köln selten, aber nie null.
  • Der Abstand zwischen Angebot und Bestand. Wer eine vermietete Wohnung kauft, übernimmt den laufenden Vertrag — nicht die Angebotsmiete aus der Statistik.

Aus 3,80 Prozent brutto werden so schnell 2,5 bis 2,8 Prozent netto vor Steuern und vor Finanzierung. Das ist kein Argument gegen den Kauf einer Kölner Wohnung — Tilgung und Wertentwicklung stehen in dieser Rechnung nicht drin. Es ist ein Argument dafür, die eigene Rechnung mit den Zahlen aufzumachen, die tatsächlich gelten.

Fokus Lindenthal: Wo Angebot und Abschluss auseinandergehen

Lindenthal zählt zu den gefragtesten Wohnlagen Kölns — Nähe zum Stadtwald, Universität und Universitätsklinikum, überdurchschnittliches Einkommensniveau. Der Stadtteil eignet sich aber auch aus einem anderen Grund als Beispiel: An ihm lässt sich zeigen, wie weit zwei verbreitete Zahlen auseinanderliegen können, ohne dass eine davon falsch wäre.

Beurkundete Kaufverträge

5.569 €/m²

Durchschnitt aus 144 Verträgen, Berichtsjahr 2025

Diese Zahl stammt vom Gutachterausschuss und zeigt, worauf sich Käufer und Verkäufer tatsächlich geeinigt haben. Sie wird erst nach Ablauf des Jahres veröffentlicht.

Angebotspreise auf Portalen

6.000–6.500 €/m²

Auswertungen führender Portale, Stand 2026

Diese Zahl zeigt, was Verkäufer aufrufen. Sie ist aktueller, aber sie beschreibt Wünsche — nicht Abschlüsse. Wie viel davon am Ende gezahlt wird, steht darin nicht.

Rund zwölf Prozent Abstand — und was das für Sie heißt. Wer seinen Angebotspreis an Portalwerten ausrichtet, kalkuliert mit einem Niveau, das der Markt in dieser Höhe im Schnitt nicht bestätigt hat. Wer umgekehrt den amtlichen Durchschnitt für die Obergrenze hält, verschenkt womöglich Spielraum — denn in der Spitze wurden in Lindenthal auch deutlich höhere Quadratmeterpreise beurkundet. Beide Zahlen sind Orientierung, keine Bewertung. Was in Lindenthal wirklich über den Preis entscheidet, haben wir für den Stadtteil im Einzelnen aufgeschlüsselt.

Ein zweiter Punkt kommt hinzu: Die Preisentwicklung verläuft innerhalb des Stadtteils uneinheitlich. Während Wohnungspreise im Jahresvergleich leicht zulegen, geben Hauspreise in Teillagen nach. Für Mietwohnungen liegen die Angebotsmieten bei rund 18 bis 19 Euro je Quadratmeter kalt, für Häuser bei 19 bis 20 Euro.

Wer 2035 in Köln wohnt — und in welchem Stadtbezirk

Jede Aussage über künftige Immobilienpreise steht und fällt mit der Frage, wie viele Menschen wo wohnen wollen. Die Stadt Köln hat dazu im Dezember 2025 eine Vorausberechnung bis 2045 vorgelegt, kleinräumig bis 2035. Ihr Ergebnis ist unspektakulärer, als die öffentliche Debatte über die wachsende Stadt vermuten lässt — und in den Einzelheiten deutlich interessanter.

1.090.473 Kölnerinnen und Kölner am 31.12.2024 Hauptwohnsitz; Ausgangspunkt der Vorausberechnung
+1,1 % Wachstum bis 2035 in der Basisvariante 1.102.700 Personen — 12.200 mehr als 2024
60.700 Spannweite zwischen unterer und oberer Variante 1.077.800 (−1,2 %) bis 1.138.500 (+4,4 %) im Jahr 2035

Köln wächst also, aber langsam: gut 1.100 Menschen im Jahr. Zum Vergleich — 2025 wurden in Köln 1.819 Wohnungen fertiggestellt. Die Vorstellung, ein anhaltender Bevölkerungsboom treibe die Preise, trägt die amtliche Prognose nicht. Die eigentliche Nachricht steckt in der Verteilung.

Drei von neun Stadtbezirken schrumpfen

Vorausberechnete Bevölkerung der neun Kölner Stadtbezirke 2024 bis 2035, Basisvariante
Stadtbezirk20242035Veränderungin Prozent
Rodenkirchen112.051121.700+9.600+8,6 %
Mülheim149.870153.400+3.600+2,4 %
Chorweiler83.84885.700+1.800+2,2 %
Kalk121.957123.200+1.300+1,0 %
Ehrenfeld111.154111.700+600+0,5 %
Nippes117.086117.200+100+0,1 %
Innenstadt126.087125.400−700−0,6 %
Porz115.776114.700−1.100−0,9 %
Lindenthal152.644149.700−3.000−2,0 %
Gesamtstadt1.090.4731.102.700+12.200+1,1 %

Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik, Kölner Statistische Nachrichten 12/2025, Basisvariante.

Rodenkirchen allein trägt 9.600 der 12.200 zusätzlichen Einwohner — knapp vier Fünftel des gesamten Kölner Wachstums entfallen auf einen einzigen Stadtbezirk. Ursache ist ein Bauprojekt: Die Parkstadt Süd mit mehr als 3.000 geplanten Wohneinheiten ab 2030 bringt nach der Berechnung rund 8.500 Menschen im Erstbezug. Der Stadtteil Raderberg wird seine Bevölkerung dadurch bis 2035 verdoppeln.

Am anderen Ende steht Lindenthal mit einem Minus von 3.000 Personen. Auch dort wird gebaut, aber in deutlich geringerem Umfang als in fast allen anderen Bezirken. Die Stadtteile mit den stärksten Rückgängen — Zündorf (−6,9 %), Lindweiler (−6,1 %), Pesch (−6,0 %) — sind ausnahmslos solche ohne größere Wohnbauprojekte.

Der Befund, den man nicht erwartet. Vergleicht man die vorausberechnete Bevölkerungsentwicklung mit dem Kaufpreisniveau der Stadtbezirke, ergibt sich kein Zusammenhang — der Korrelationskoeffizient liegt bei null. Die beiden teuersten Bezirke Kölns, Innenstadt und Lindenthal, sind genau die, für die ein Rückgang berechnet wird. Das ist kein Widerspruch, sondern dieselbe Ursache aus anderer Richtung: Wo alles bebaut ist, kann niemand zusätzlich einziehen. Knappheit hält die Preise oben und die Einwohnerzahl unten. Wer aus einer Wachstumsprognose auf steigende Preise schließt, verwechselt zwei verschiedene Dinge.

Die Kölner werden älter, und die Haushalte kleiner

Für Eigentümer ist die Altersverschiebung die folgenreichere Zahl. Bis 2045 wächst die Gruppe der 65- bis unter 80-Jährigen um 17,4 Prozent, die der über 80-Jährigen sogar um 21,9 Prozent. Die Zahl der unter 18-Jährigen geht um knapp 6 Prozent zurück. Das Durchschnittsalter steigt von 42,5 auf 43,7 Jahre.

Parallel verändert sich der Zuschnitt der Haushalte. Ihre Gesamtzahl steigt bis 2045 um rund 12.000 auf etwa 585.200 — deutlich stärker als die Bevölkerung selbst, weil die Haushalte kleiner werden. Zweipersonenhaushalte legen um 6,7 Prozent auf rund 160.600 zu, Einpersonenhaushalte um 2,5 Prozent. Haushalte mit drei und mehr Personen nehmen dagegen um 4,5 Prozent ab, Haushalte mit Kindern um 6,1 Prozent.

Was daraus mehr wert wird

  • Wohnungen mit zwei bis drei Zimmern in gewachsener Lage
  • Barrierearme Grundrisse, Aufzug, Erdgeschoss mit Gartenanteil
  • Objekte in fußläufiger Nähe zu Ärzten, Einkauf und Bahn
  • Gepflegte Bestandsimmobilien in Bezirken ohne Neubauflächen

Was länger braucht

  • Große Einfamilienhäuser in schrumpfenden Randstadtteilen
  • Objekte mit Treppen ohne Alternative im Erdgeschoss
  • Sanierungsbedürftige Häuser in Lagen ohne Nachfragedruck
  • Wohnungen, deren Zuschnitt nur für Familien passt

Für die Vermarktung heißt das ganz praktisch: Die Zielgruppe für ein Kölner Reihenhaus ist 2035 eine andere als 2015. Immer häufiger sind es Paare ohne Kinder im Haus und Menschen, die aus einem zu groß gewordenen Objekt in etwas Handhabbares wechseln. Wer sein Haus verkauft, sollte die Frage beantworten können, wie es sich für zwei Personen bewohnen lässt — nicht nur für fünf.

Baufinanzierung: Das Zinsniveau als neues Normal

Der zweite Faktor neben dem Kaufpreis ist die Finanzierung — und hier hat sich das Bild seit dem Zinstief der Jahre 2020 und 2021 dauerhaft verändert.

3,6–3,9 % Topkonditionen im August 2026 effektiver Jahreszins, zehnjährige Zinsbindung
3,3–3,9 % erwartete Bandbreite im zweiten Halbjahr für erstklassige zehnjährige Finanzierungen
unter 2 % gilt als unwahrscheinlich eine Rückkehr zum Niveau von 2020/2021 erwarten Marktbeobachter derzeit nicht

Was folgt daraus? Bei einem seitwärts bis leicht steigend erwarteten Zinsumfeld entscheidet nicht der perfekte Einstiegszeitpunkt über eine gute Finanzierung, sondern die Struktur: genug Eigenkapital, die passende Zinsbindung und ein Vergleich über mehrere Anbieter. Ein Prozentpunkt Unterschied verändert bei einer Finanzierung über 400.000 Euro die Monatsrate um mehrere hundert Euro.

Warum wir beide Seiten sehen. Baris Ölmez hat neben der Maklererlaubnis nach § 34c GewO auch die Erlaubnis als Immobiliardarlehensvermittler nach § 34i GewO. Für Verkäufer heißt das: Wir können früh einschätzen, ob ein Kaufinteressent den gewünschten Preis überhaupt finanzieren kann — bevor Zeit in Verhandlungen fließt, die an der Bank scheitern. Für Käufer heißt es, dass Objektprüfung und Finanzierung nicht getrennt laufen. Mehr zur Finanzierungsberatung oder direkt zum Zinsrechner.

Zinsangaben nach Marktbeobachtungen von Baufinanzierungsvermittlern, Stand August 2026. Konditionen ändern sich täglich und hängen von Bonität, Beleihungsauslauf und Objekt ab — die genannten Werte sind Topkonditionen, keine Zusage.

Was die kommenden Quartale prägen dürfte

  1. Die Neubauknappheit hält an. Solange Fertigstellungen und Genehmigungen unter dem Bedarf liegen, bleibt der Druck auf Bestandspreise hoch. Bei 1.819 Fertigstellungen gegenüber einem Ziel von 6.000 ist eine kurzfristige Entspannung nicht in Sicht.
  2. Das Zinsniveau bleibt stabil bis leicht steigend. Renditen von Staatsanleihen und Pfandbriefen sprechen eher für moderat steigende als für fallende Bauzinsen. Wer finanziert, sollte kalkulieren statt auf sinkende Zinsen zu warten.
  3. Die Erholung bleibt selektiv. Der Markt zieht dort an, wo Lage, energetischer Zustand und Preis zusammenpassen. Objekte außerhalb dieses Rasters brauchen eine realistische Preisstrategie und eine Vermarktung, die ihre Stärken sichtbar macht.
  4. Die Nachfrage verschiebt sich. Der Anteil der Einpersonenhaushalte nimmt langfristig zu — in mehreren Kölner Stadtteilen liegt er schon über 60 Prozent. Gefragt sind kleinere, barrierefreie und energetisch gute Einheiten.

Was das für Sie bedeutet

Wenn Sie verkaufen

Eine lagegenaue Bewertung ist wichtiger als je zuvor. Wer den Preis an Stadtteildurchschnitten ausrichtet statt an der eigenen Mikrolage, verschenkt entweder Erlös oder verliert Vermarktungszeit durch einen zu hohen Einstieg.

Immobilie bewerten lassen

Wenn Sie kaufen

Die Zinslage macht die Finanzierungsstruktur wichtiger als den Einstiegszeitpunkt. Eigenkapital, Zinsbindung und ein Vergleich über mehrere Anbieter entscheiden über die Monatsrate — nicht ein Zehntelprozent Marktbewegung.

Finanzierung durchrechnen

Wenn Sie noch überlegen

Eine Einschätzung zeigt, wo Ihre Immobilie im aktuellen Markt steht — unabhängig von Portalwerten. Daraus lässt sich entscheiden, ob ein Verkauf jetzt sinnvoll ist oder später.

Gespräch vereinbaren

Häufige Fragen zum Kölner Immobilienmarkt 2026

Wie haben sich die Immobilienpreise in Köln 2026 entwickelt?

Der Bestandsmarkt zeigt nach der Korrektur der Jahre 2022 bis 2024 eine stabile Entwicklung, während Neubau spürbar teurer wird. Ursache ist die niedrige Neubautätigkeit: 2024 wurden in Köln 1.819 Wohnungen fertiggestellt, der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung 2015.

Wie hoch ist der Bodenrichtwert in Köln 2026?

Für die 387 Kölner Wohnbauzonen liegt der Median zum Stichtag 1. Januar 2026 bei rund 870 Euro je Quadratmeter, die Spanne reicht von 370 bis 3.100 Euro. Bezieht man Mischgebiete ein, sind es 905 Euro Median bei 290 bis 3.550 Euro. Wir haben diese Werte aus den amtlichen BORIS-Rohdaten nachgerechnet.

Was kostet eine Eigentumswohnung in Köln-Lindenthal?

Das hängt davon ab, welche Zahl gemeint ist. Der Gutachterausschuss weist für 2025 aus 144 beurkundeten Kaufverträgen einen Durchschnitt von 5.569 Euro je Quadratmeter aus. Angebotspreise auf Portalen liegen mit 6.000 bis 6.500 Euro rund zwölf Prozent darüber. Der erste Wert zeigt, worauf sich Käufer und Verkäufer geeinigt haben, der zweite, was Verkäufer sich wünschen.

Wie hoch sind die Bauzinsen 2026?

Im August 2026 liegen die Topkonditionen für zehnjährige Baufinanzierungen bei etwa 3,6 bis 3,9 Prozent effektivem Jahreszins. Für das zweite Halbjahr wird eine Bandbreite von 3,3 bis 3,9 Prozent erwartet. Eine Rückkehr unter zwei Prozent gilt als unwahrscheinlich.

Ersetzt der Bodenrichtwert eine Immobilienbewertung?

Nein. Der Bodenrichtwert beschreibt ein fiktives Richtwertgrundstück in einer Zone und bildet vergangene Transaktionen ab. Er berücksichtigt weder den Gebäudezustand noch Zuschnitt, Ausstattung oder Baulasten Ihres Grundstücks. Er ist ein belastbarer Ausgangspunkt, aber kein Preis.

Wie hoch ist die Miete in Köln 2026?

Die Stadt Köln hat für 2025 insgesamt 12.205 Mietangebote ausgewertet. Der Median der Angebotsmieten lag bei 14,70 Euro je Quadratmeter nettokalt, 5 Prozent über dem Vorjahreswert von 14,00 Euro. Die Unterschiede zwischen den Stadtteilen sind erheblich: In Neuehrenfeld wurden im Mittel 20,90 Euro je Quadratmeter verlangt, in Chorweiler 7,00 Euro. Wichtig ist, dass es sich um Angebotsmieten handelt — tatsächlich abgeschlossene Neuverträge liegen nach einer Untersuchung der empirica ag rund 15 Prozent darunter, laufende Mietverhältnisse noch deutlich tiefer.

Was ist ein guter Kaufpreisfaktor in Köln?

Der Kaufpreisfaktor ist der Kaufpreis geteilt durch die Jahresnettokaltmiete. Für Köln ergibt sich aus dem Median der Bestandspreise von 4.640 Euro je Quadratmeter und der mittleren Angebotsmiete von 14,70 Euro ein Faktor von 26,3 — das entspricht 3,80 Prozent Bruttorendite. Die Spanne ist groß: In Neuehrenfeld liegt der Faktor bei 17,5, in Chorweiler bei 32,1. Bemerkenswert ist, dass die teuerste Mietlage die bessere Rendite bringt, weil dort der Kaufpreis der Miete weniger stark davongelaufen ist. Von der Bruttorendite gehen noch Kaufnebenkosten von rund 10 Prozent sowie nicht umlagefähige Bewirtschaftungskosten ab.

Wächst Köln noch, und wo?

Nach der Vorausberechnung der Stadt Köln vom Dezember 2025 wächst die Bevölkerung von 1.090.473 Personen Ende 2024 auf 1.102.700 im Jahr 2035 — ein Plus von 1,1 Prozent oder gut 1.100 Menschen pro Jahr. Das Wachstum ist sehr ungleich verteilt: Rodenkirchen legt um 8,6 Prozent zu und trägt damit knapp vier Fünftel des gesamten Zuwachses, vor allem wegen der Parkstadt Süd mit über 3.000 geplanten Wohneinheiten. Drei Stadtbezirke schrumpfen dagegen: Lindenthal um 2,0 Prozent, Porz um 0,9 und die Innenstadt um 0,6 Prozent.

Warum ist meine Miete niedriger als die Zahlen im Internet?

Weil die meisten veröffentlichten Mietzahlen Angebotsmieten sind — also das, was in Inseraten gefordert wird, nicht das, was in bestehenden Verträgen gezahlt wird. Zwischen beiden liegt in Köln eine erhebliche Differenz. Kappungsgrenzen begrenzen Erhöhungen in laufenden Mietverhältnissen stärker als bei Neuvermietungen, weshalb Bestandsmieten mit den Jahren immer weiter hinter das Marktniveau zurückfallen. Für den Verkauf einer vermieteten Wohnung ist das entscheidend: Käufer bewerten die Immobilie nach der Miete, die tatsächlich fließt.

Quellen: Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Köln, Grundstücksmarktbericht 2026 für das Berichtsjahr 2025 · BORIS NRW, Bodenrichtwerte zum Stichtag 1. Januar 2026, von uns aus den Rohdaten ausgewertet · Angebotspreisauswertungen führender Immobilienportale · Marktbeobachtungen von Baufinanzierungsvermittlern zur Zinsentwicklung. Stand: 15. August 2026. Alle Angaben ohne Gewähr; Marktdaten bilden vergangene Zeiträume ab und ersetzen keine Bewertung im Einzelfall.

Bildnachweis: Luftbild Köln-Neustadt/Süd: Achim Stump, CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons.

Wo steht Ihre Immobilie in diesem Markt?

Marktzahlen ordnen ein. Was Ihre Wohnung, Ihr Haus oder Ihr Grundstück heute wert ist, entscheidet sich an der Adresse, am Zustand und an der Käufergruppe, die dafür in Frage kommt.

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